Sonderausstellung „Geteilte Körper“ – Kunstwerke aus der Familie Staudhammer

Kunst- und Museumsfreunde Hengersberg
3. Juli 2026
Sonderausstellung „Geteilte Körper“ – Kunstwerke aus der Familie Staudhammer

Sonderausstellung „Geteilte Körper“ – Kunstwerke aus der Familie Staudhammer

Vernissage: Freitag 03. Juli 2026 ab 19.00 Uhr
Dauer: 04. Juli bis 23. August 2026

Das Kulturhaus Spital Hengersberg zeigt ab Juli eine besondere Sommerausstellung: „Geteilte Körper – Kunstwerke aus der Familie Staudhammer“. Die Vernissage findet am Freitag, 3. Juli, um 19 Uhr statt. Drei Künstlerinnen aus einer Familie öffnen einen gemeinsamen Raum, in dem Körper, Identität und Nähe in einen stillen, zugleich kraftvollen Dialog treten. Was sie verbindet, ist nicht nur die Biografie – es ist ein geteiltes Sehen, ein geteiltes Fragen, ein geteiltes Weitergeben von künstlerischer Haltung.

Die jüngste der drei, Amelie Staudhammer, lebt und arbeitet in Leipzig, wo sie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst studiert. Ihre künstlerische Entwicklung ist geprägt von einer frühen Sensibilität für Form und Material, von Neugier und einem tiefen Bedürfnis, Körper und Räume zu erforschen. Studienaufenthalte und der Austausch mit verschiedenen Klassen und Lehrenden haben ihre Handschrift erweitert, doch ihr Blick bleibt unverwechselbar: präzise, mutig, offen für Brüche. Ihre Arbeiten tragen eine Mischung aus Ernsthaftigkeit und Experimentierfreude, die spürbar macht, wie sehr sie sich in der Kunst verortet. Für Susanne Staudhammer ist Kunst ein Mittel, Wahrnehmung zu verdichten und sichtbar zu machen. Farbe steht seit jeher im Zentrum ihrer künstlerischen Arbeit. In der Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper als Erfahrungsraum wird sie erforscht, hinterfragt und weiterentwickelt. Die Künstlerin beschreibt ihre Arbeit als einen Dialog zwischen Farbe, Form, Linie und Komposition. Dabei behauptet sich die Farbe, drängt in den Vordergrund, übertreibt manchmal und muss wieder eingefangen werden. Aus diesem Spannungsverhältnis entstehen Bilder, die innere Bewegungen sichtbar machen, ohne sie ausformulieren zu müssen. Spuren des Suchens, Zweifelns und Verwerfens dürfen sichtbar bleiben. Der Entstehungsprozess wird nicht verborgen, sondern als Teil der Arbeit verstanden. Somit entstehen ihre Arbeiten aus dem Wechselspiel von Intuition und bewusster Gestaltung. Sie laden zu eigenen Assoziationen und persönlichen Begegnungen mit dem Bild ein. So wirkt ihre Kunst zugleich konzentriert und verbindend – als eigenständige Position und als stiller Dialog mit den Arbeiten von Mutter und Schwester. Josefine Staudhammer, die Mutter, hat sich die Kunst über Jahrzehnte hinweg erarbeitet nicht als Beruf, sondern als Lebensraum. Seit einem ersten Druckkurs vor vielen Jahren begleitet sie die kontinuierliche Weiterbildung bei Prof. Seidemann, von Aktkursen bis zu Malreisen. Ihre Arbeiten entstehen meist in der besonderen Atmosphäre dieser Kurse, fern vom Alltag, getragen von Konzentration und Offenheit. Josefine beschreibt Kunst als Möglichkeit, Abstand zu gewinnen und zugleich näher zu sich selbst zu kommen. Diese Haltung spürt man in ihren Bildern: leise, aufmerksam, voller innerer Bewegung.

In Hengersberg begegnen sich ihre Werke nun erstmals in dieser Form. „Geteilte Körper“ zeigt Zeichnungen, Malerei und plastische Arbeiten, die sich mit Körperlichkeit, Nähe und Distanz, mit familiären Linien und individuellen Wegen beschäftigen. Die Ausstellung macht sichtbar, wie drei künstlerische Positionen sich gegenseitig spiegeln, ergänzen und herausfordern – und wie aus Unterschieden ein gemeinsamer Resonanzraum entsteht.Musikalisch eröffnet wird der Abend von Wolfgang Pfeuffer alias GANG, einem Liedermacher aus Deggendorf, der seit Jahren solo mit Akustikgitarre unterwegs ist. Seine Songs verbinden Melancholie und Optimismus, Energie und Haltung. Mit seinem neuen Album „TANZ WENN DU MAGST“ bringt er eine kraftvolle, warme Klangwelt ins Spital – Musik, die nachhallt und der Ausstellungseröffnung eine besondere Intensität verleiht.