Ausflug in die alte Korbmanufaktur nach Winzer

Kunst- und Museumsfreunde Hengersberg
5. September 2026
Ausflug in die alte Korbmanufaktur nach Winzer

Ausflug in die alte Korbmanufaktur nach Winzer

Samstag, der 12. September um 16 Uhr
Treffpunkt:
Korbmanufaktur
Pledlstraße 1
94577 Winzer

Die Kunst- und Museumsfreunde Hengersberg besichtigen am Samstag 12. September um 16.00 Uhr die alte Korbmanufaktur in Winzer. Altbürgermeister Jürgen Roith wird durch die Ausstellung führen. Interessierte treffen sich dort in der Pledlstraße 1 , die Anfahrt erfolgt mit eigenem PKW.

2012 wurde durch die Gemeinde Winzer die Instandsetzung des ursprünglich aus dem frühen 19. Jahrhundert stammenden Wirtshauses zur Post und die Neugestaltung des umliegenden Areals abgeschlossen. Somit ist in Winzer eine neue Ortsmitte entstanden. Die dort platzierte Bronzeplastik von Josef Paleczekstellt einen Hausierer mit seinem Hund und seinem Wagen dar, auf dem Korbwaren geladen sind.

Das im Nordosten des Platzes befindliche, 1905 errichtete Lagerhaus der Firma Mosler wurde ebenfalls durch die Gemeinde instandgesetzt und in ein begehbares Museumsdepot umgestaltet, das im Laufe des Jahres 2021 eröffnet wurde. In dem Gebäude werden Gegenstände, die an die Korbwaren- sowie Bürstenherstellung erinnern, aufbewahrt und präsentiert. 

Im Mittelalter sowie in der Frühen Neuzeit bestand Winzer aus zwei Ortsteilen: In Oberwinzer befanden sich die Burg und der Markt, in Unterwinzer steht seitdem unter anderem die Pfarrkirche. Um 1800 stieg die Einwohnerzahl durch die Gründung von drei Kolonien. Mittellose Familien sollten durch die Bewirtschaftung von kleinen Hofstellen eine Lebensgrundlage erhalten. Da die jeweiligen landwirtschaftlichen Flächen zu klein waren, waren die Bewohner auf andere Einnahmequellen angewiesen. Daher begann in Winzer die Verarbeitung der in den Donaualtwassern wachsenden Weiden zu Korbwaren. Zunächst wurden wilde, später Kulturweiden verwendet. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfolgte die Bebauung des Straßenzugs zwischen den beiden ursprünglichen Ortsteilen. 1873 wurde die kurz zuvor gegründete Korbflechterschule von der Familie Mosler übernommen und zur einer Fabrik für Korbwaren und Bürsten ausgebaut. Die Firma Mosler vertrieb auch Produkte, die zahlreiche Familien in Heimarbeit herstellten. Deren Erzeugnisse wurden außerdem von Hausierern aus Winzer überregional verkauft.