Sonderausstellung „Hermann Eller – Zum 100. Geburtstag“

Kunst- und Museumsfreunde Hengersberg
5. März 2026
Sonderausstellung „Hermann Eller – Zum 100. Geburtstag“

Sonderausstellung „Hermann Eller – Zum 100. Geburtstag“

Vernissage: Freitag 20. März um 19.00 Uhr

100 Jahre Licht und Leben: Eine Hommage an Hermann Eller im Spital Hengersberg
Es gibt Gesichter, die man nicht vergisst, und Bilder, die eine ganze Region atmen lassen. Wenn
am Freitag, den 20. März 2026, um 19 Uhr die Türen des Kulturhauses Spital Hengersberg
aufschlagen, begegnen die Besucher einem alten Bekannten: Hermann Eller.


Das Plakat der Ausstellung zeigt ihn zusammen mit seiner Frau Rosa – ein Duo, das im
vergangenen Jahr gemeinsam 100. Geburtstag gefeiert hätte. Es ist der Auftakt eines besonderen
Ausstellungsjahres in Hengersberg und zugleich eine tiefe Verbeugung vor einer Künstlerfamilie,
die Natternberg und ganz Ostbayern geprägt hat.


Hermann Ellers Weg zur Kunst war kein gerader, sondern ein triumphaler Sieg der Leidenschaft
über die Widerstände der Zeit. Geboren 1925 in Zwiesel, fand er ausgerechnet in der Dunkelheit
der französischen Kriegsgefangenschaft – während der harten Arbeit unter Tage im Bergwerk –
zum Licht der Malerei. Es war dieser unbändige Wille, der ihn später, nach Jahren als
Elektromonteur und technischer Zeichner, Anfang der 70er Jahre den mutigen Schritt in die
Freiheit als freischaffender Künstler wagen ließ.


Doch hinter dem Mann mit der unverwechselbaren Baskenmütze stand über fünf Jahrzehnte lang
eine ebenso starke Frau: Rosa. Sie war Kritikerin, Ermutigerin und der Anker in seinem bewegten
Leben. Die Auswahl der Exponate wurde mit feinem Gespür so zusammengestellt, dass die Werke
nicht nur einzeln strahlen, sondern im Raum miteinander harmonieren. Es ist eine Komposition
aus meisterhaften Porträts, atmosphärischen Landschaften, Zeichnungen und jenen Stillleben, die
zeigen, dass für Eller im Alltäglichen stets das Besondere lag.


Dass sein Erbe heute lebendiger ist denn je, liegt auch an der nächsten Generation. Sie haben es
sich zur Aufgabe gemacht, das Wirken ihres Großvaters mit einem frischen Blick in die Zukunft zu
führen und seine Kunstwerke und Geschichten für kommende Generationen zu archivieren. Sie
kuratieren diese Schau nicht nur als Familienmitglieder, sondern als Bewahrer eines kulturellen
Namens, der weit über die Grenzen Niederbayerns hinaus Bedeutung hat. Ergänzt wird die
Ausstellung durch ein charmantes Filmdokument, in dem Hermann Eller selbst zu Wort kommt –
gewohnt humorvoll und voller Esprit.


Die musikalische Umrahmung des Eröffnungsabends übernimmt der kürzlich mit dem
Scharfrichterbeil ausgezeichnete Musiker Maxi Pongratz. Seine wunderbar schimmernden und
hintersinnigen Texte kombiniert er gekonnt mit temperamentvollem Akkordeonspiel. Seine Lieder
handeln von den Tücken des Alltags, den kleinen Beschwernissen im Menschsein, von
Schlafstörungen, von bewölkten Dienstagen, von seinem eigenen und unser aller Stress, und all
den Kleinigkeiten, die aber doch gar nicht so klein sind, wenn man mal genauer hinschaut und
hinhört.